Jeden Abend steht eine frisch gekochte Mahlzeit auf dem Tisch. Wieso denn nicht auch für deinen Liebling?
Schon lange ist es nichts Außergewöhnliches mehr, seinem Vierbeiner eine frisch zubereitete Mahlzeit vorzusetzen. Für viele bedeutet das jedoch zusätzliche Arbeit und viel Anstrengung. Mit dem richtigen Futter bekommt dein Liebling eine vollwertige und schmackhafte Mahlzeit, ohne viel Zeitaufwand und freut sich bestimmt genau so sehr über ein Menü aus der Dose, wie über eine gekochte Mahlzeit aus dem Topf.

Trotzdem möchtest du deinem Vierbeiner mal eine extra Portion Liebe und Aufmerksamkeit in Form eines frischen Menüs bereiten?

Dann solltest du unbedingt wissen, welche Lebensmittel aus unserem Kühlschrank oder unserer Speisekammer auch im Hundenapf landen dürfen und welche auf keinen Fall einen Platz im Futternapf haben sollten.

Welche Lebensmittel sind besonders gesund für deinen Hund?

Grundsätzlich kannst du eine Vielzahl an Lebensmitteln, die auf unserem Teller landen, in gekochter Form auch an deinen Liebling verfüttern.

Fleisch

Die gängigsten Fleischsorten kannst du in der Regel alle für Hundemahlzeiten verwenden. Wichtig ist jedoch, dass du unbedingt darauf achtest, dass das Fleisch wirklich richtig durchgegart ist. Bei Schweine- oder Hühnerfleisch kann es sonst zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.
Rohes Schweinefleisch kann, das für Hunde und Katzen tödlich verlaufende Aujetzkysche Virus übertragen. Diese Erkrankung kommt in deutschen Hausschweinbeständen mittlerweile zwar fast nicht mehr vor, jedoch ist hier trotzdem Vorsicht geboten! Ausreichend erhitztes Schweinefleisch stellt dagegen keine Gefahr dar.
Rohes Geflügelfleisch ist häufig mit Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter kontaminiert und sollte daher zum Schutz von Hund und Mensch nicht roh verfüttert werden. Bei Rind- oder Lammfleisch ist es hingegen unbedenklich, wenn der Kern noch leicht rosa ist. Wie mag es dein Hund am liebsten… medium oder well done?

Fisch

Lachs ist ein richtiges Superfood. Der fetthaltige Fisch liefert deinem Vierbeiner nicht nur gute Eiweiße, sondern auch Omega-3-Fettsäuren, die für deinen Liebling gesundheitsfördernd sind. Völlig ausreichend ist, wenn 1-2-mal die Woche Fisch auf dem Speiseplan deines Hundes steht.

Fisch sollte auf jeden Fall durchgegart sein. Roher Lachs kann leicht von Bakterien wie „Rickettsien“ oder Lebensmittelkeimen wie „Listerien“ befallen sein. Außerdem haben einige Fischsorten eine hohe Thiaminasekonzentration.
Thiaminase ist ein Enzym, dass das wichtige Vitamin B1 spaltet und dieses so unbrauchbar für den Organismus macht. Fischsorten, die einen hohen Thiaminasegehalt haben sind Zander, Karpfen und Sardinen. Hier solltest du darauf achten, dass der Fisch ausreichend erhitzt wurde. Keinen oder einen verschwindend geringen Thiaminasegehalt haben Fischsorten wie Lachs, Thunfisch und Kabeljau.
Das enthaltene Enzym ist jedoch nur bei der Fütterung rohen Fisches ein Problem, da es durch das Erhitzen deaktiviert wird.

Auch bei deinem Vierbeiner gilt: Gräten müssen entfernt werden. Dein Hund kann sich genauso an spitzen, großen Gräten verschlucken, wie du!

Kohlenhydratträger

Nudeln, Kartoffeln oder Reis dürfen in gekochter Form ebenfalls auf dem Speiseplan deines Hundes stehen.
Kartoffeln solltest du immer kochen und die grünen Stellen sowie die Keimansätze großzügig wegschneiden, da sie den Giftstoff Solanin enthalten, welcher Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen kann. Bei einer Aufnahme einer zu großen Menge können sogar zentralnervöse Symptome auftreten. Frische Kartoffeln, ohne Keimansätze, sind daher die Besten!

Gemüse

Zu den wirklich gesunden Gemüsesorten gehören für deinen Vierbeiner Brokkoli und Karotten. Brokkoli enthält viele essenzielle Nährstoffe, wie Calcium, Magnesium und Vitamin C, die deinem Liebling viel Gutes tun. Auch Karotten schmecken nicht nur superlecker, sie fördern außerdem die Verdauung.
Es gibt jedoch ein paar Sonderfälle, auf die du unbedingt verzichten solltest. Kleine Zwiebelgewächse wie Küchenzwiebeln, Knoblauch, Lauch oder Porree sollten keinen Platz im Napf deines Vierbeiners haben. Sie enthalten für Hunde und Katzen den giftigen Wirkstoff Alliin. Diese schwefelhaltige Aminosäure kann die Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bewirken.

Obst

Äpfel und Birnen gehören zu den gesündesten Obstsorten für Hunde. Beide sind richtige Vitaminbomben und haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen, die die Verdauung anregen.
Sehr säurehaltige Obstsorten, wie Orangen oder Ananas fütterst du am besten nur selten und in geringen Mengen.
Komplett verzichten solltest du auf Weintrauben. Manche Hunde können die kleinen süßen Früchte ganz ohne Probleme vertragen, bei anderen wiederum können bereits bei der Aufnahme kleiner Mengen starke Vergiftungssymptome auftreten. Von welchem Wirkstoff diese Symptome ausgehen, ist aktuell noch nicht bekannt. Die Superfruit Avocado eignet sich super für Guacamole oder einen leckeren Avocado-Toast, nicht jedoch für deinen Liebling. Die grüne Powerfrucht steht im Verdacht, die Herzmuskelzellen deines Vierbeiners anzugreifen. Für viele Tiere ist dieses Phänomen bereits klar beschrieben, wie beispielsweise für Vögel. Wie sich die Powerfrucht auf deinen Vierbeiner auswirkt, ist bis dato noch nicht wissenschaftlich belegt, dennoch solltest du deinem Hund vorsichtshalber keine Avocado anbieten.

Süßwaren

Auf die Verfütterung von Schokolade muss unbedingt verzichtet werden. Das enthaltene Theobromin wirkt auf Hunde und Katzen wie ein starkes Nervengift. Bei einer zu hohen Dosis kann es sogar zum Tod führen!
Im Zusammenhang mit der Verfütterung von Süßigkeiten muss auch vor dem Zuckerersatzprodukt Xylit (= Birkenzucker) gewarnt werden. Kommt dein Liebling mit diesem Süßungstoff in Berührung, ist eine extrem hohe Insulinausschüttung die Folge, die zu einer daraus resultierenden Hypoglykämie führt. Eine Hypoglykämie ist ein starker Abfall des Blutzuckerspiegels, das schnell zum Bewusstseinsverlust oder schlimmerem führen kann.

Milchprodukte

Hunde können eine Laktoseintoleranz entwickeln. Das bedeutet, dass der Körper das Enzym „Laktase“, das zum Abbau und zur Aufspaltung von Milchzucker (Laktose) notwendig ist, nicht mehr oder nur noch in sehr geringen Mengen produziert.
Welpen werden ca. ab der 4. – 5. Lebenswoche von der Muttermilch entwöhnt und fangen an, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Werden in der Zeit der Umstellung und auch danach keine Milchprodukte gefüttert, beginnt der Körper sich umzugewöhnen und weniger Laktase zu produzieren. Das kann jedoch individuell unterschiedlich sein.

Einige Milchprodukte, wie Hüttenkäse, Buttermilch und bestimmte Käsesorten sind sogar gesund für deinen Vierbeiner und schmecken ihm sicherlich besonders gut.
Hüttenkäse hat einen niedrigen Laktose- und Fettgehalt, weshalb er sich als kleines Extra im Napf deines Vierbeiners besonders gut macht. Auch Joghurt und Quark enthalten viele Milchsäurebakterien. Ihnen wird eine positive Wirkung auf die Verdauung nachgesagt. Außerdem machen sie das Milchprodukt für deinen Vierbeiner verträglicher.

Mit dem Fettgehalt verhält es sich bei deinem Liebling genau wie bei dir. Ein höherer Fettgehalt ist eher für untergewichtige, sehr schlanke Hunde geeignet, die ein oder zwei Kilo mehr auf den Rippen vertragen können. Ein niedriger Fettgehalt eignet sich dagegen für kleine Schleckermäuler, die etwas zu viel mit sich herumschleppen.

Achte bei dem Fettgehalt jedoch darauf, dass er nicht zu übermäßig hoch ist. Sehr fettreiche Nahrung ist für Hunde und auch für Katzen nicht geeignet und kann nur schlecht vertragen werden. Crème fraîche, Schmand, Sahne oder Butter sollte daher nicht in der Mahlzeit enthalten sein.
Als richtige Delikatesse gilt unter den Vierbeinern Käse. Manche Käsesorten sind jedoch nicht geeignet, da sie einen zu hohen Fettgehalt haben oder einen hohen Laktosegehalt aufweisen.
Aber: wenn du zur richtigen Sorte greifst, kannst du deinen Hund zwischendurch mal mit einem käsigen Snack verwöhnen.

Gut geeignet sind einige Hartkäse oder Schnittkäse-Sorten.
Hartkäse enthält sehr wenig Laktose, da sich diese über den langen Reifungsprozess in Milchsäure verwandelt. Hartkäse enthält wenig Feuchtigkeit, weshalb der Fettgehalt anteilig deutlich erhöht ist. Damit dein Liebling keine Magen-Darm-Probleme bekommt, muss er sich bei käsigen Leckereien also mit einer kleinen Portion begnügen.
Gut geeignete Hartkäse-Sorten sind beispielsweise Emmentaler oder Manchego.
Bei Schnittkäse eignen sich Gouda, Edamer und Tilsiter.

Kräuter/Pflanzen

Einige Kräuter verfeinern die Mahlzeit deines Lieblings und wirken sich zusätzlich positiv auf den Körper aus.

Rosmarin und Bohnenkraut enthalten ätherische Öle, die als natürliche Geschmacksverstärker funktionieren. Für Vierbeiner, die an Appetitlosigkeit leiden, wird das Futter durch diese Kräuter zum Geschmackserlebnis und bringt ihnen womöglich die Freude am Futter wieder. Bohnenkraut ist außerdem ein natürliches Mittel gegen Blähungen und Verstopfungen.

Kamille und Thymian sind wahre Wundermittel. Beide haben eine wohltuende und beruhigende Wirkung. Als Inhalat oder Sirup können sie sich sogar positiv auf die Atemwege auswirken.
Kamillentee kennst du bestimmt selbst und weißt von seinen vielfältigen positiven Eigenschaften.
Natürlich gibt es auch bei Kräutern einige Ausnahmen.

Bärlauch und Schnittlauch gehören genau wie Zwiebel und Knoblauch zu den Lauchgewächsen. Wie bereits vorher erwähnt, ist diese Pflanzenfamilie für Hunde und Katzen hochgiftig. Du solltest sie also auf jeden Fall meiden und aus dem Napf des Hundes ausschließen.
Scharfe Gewürze oder Kräuter werden von Hunden und Katzen grundsätzlich schlecht vertragen und sollten daher auch nur auf deinem Teller landen.

Fazit

Verzichtest du auf alle weniger gut verträglichen und schädlichen Lebensmittel im Futternapf deines Lieblings, spricht nichts dagegen, deinem Vierbeiner eine gelegentliche oder regelmäßig gekochte Mahlzeit zu servieren. Allerdings solltest du dann eine Rationskalkulation durchführen lassen, damit du Unter- und Übergewicht vermeiden kannst.
Auch kannst du mit diesem Wissen ganz einfach an den Zusammensetzungen auf den Futterdosen/Beuteln von Futterherstellern erkennen, ob es sich um Futter in guter Qualität und um gesunde Zutaten handelt.
Es kann natürlich vorkommen, dass dein Liebling einige der gesunden Nahrungsmittel nicht mag und sie deshalb verschmäht, trotzdem ist es gut für dich zu wissen, auf welche Alternativen du umsteigen kannst und welche du definitiv meiden solltest.

 

 

Wie sieht das „perfekte“ selbst gekochte Futter aus?

Die perfekte Nährwert-Inhaltsstoff-Kombination stellt sich aus Fleisch, einer Kohlenhydratquelle und Gemüse oder Obst zusammen, das mit einem hochwertigen Öl, wie Lein- oder Hanföl ergänzt wird.

Ein gesundes und ausgewogenes Hundemenü könnte (natürlich nur was Zutaten angeht, die jeweilige Menge wird individuell an deinen Hund angepasst) so aussehen:
Rindfleisch mit Kartoffeln und Möhren oder Hühnchen mit Reis und Zucchini.

Um den Gewichtsanteil der einzelnen Komponenten abschätzen zu können, solltest du den Energiegehalt dieser sowie den Energiebedarf deines Lieblings kennen und die Zusammensetzung der Ration entsprechend kalkulieren.

Hast du die Zeit und Lust dazu, deinen Hund regelmäßig zu bekochen, musst du zudem die Mineralstoff- und Vitaminversorgung berechnen und durch dementsprechende Produkte ergänzen.
Traust du dir diesen Schritt nicht selber zu, helfen dir hier gerne auf Tierernährung spezialisierte Fachtierärzte bei der Futterplanerstellung aus.

Die Vorteile von selbst gekochtem Futter

Du kannst selbst bestimmen, was im Napf deines Lieblings landet. Du bestimmst, welche Zusammensetzung die Mahlzeit haben soll und hast gleichzeitig die Kontrolle über Qualität und Herkunft der einzelnen Zutaten.

Du weißt besser als alle anderen, was dein Hund besonders gerne frisst und kannst ihm so eine perfekt auf seine Bedürfnisse und seinen Geschmack zugeschnittene Portion zubereiten.
Selbst gekochte Mahlzeiten bieten sich vor allem dann an, wenn dein Liebling sehr spezielle Bedürfnisse hat, die beispielsweise durch eine Krankheit oder Übergewicht entstehen. Allerdings gibt es auch hier sehr gute Fertig-Alternativen, die sogenannten Diätfuttermittel.

Die Nachteile von selbst gekochtem Futter

Du musst dich sehr gut mit den Bedürfnissen deines Hundes auskennen. Ein bisschen was davon und ein bisschen was davon… so einfach ist das ganze leider nicht. Es müssen sowohl die Portionsgröße, der Energiegehalt und die Nährstoff- sowie die Vitaminversorgung stimmen.

Ein festes Verhältnis der Anteile von Fleisch, Kohlenhydraten und Gemüse/Obst im Futter gibt es nicht. Bei fetthaltigen Fleischsorten muss der Anteil der Kohlenhydrate reduziert werden, damit nicht zu viel Energie in der Ration vorhanden ist. Genau andersherum verhält es sich bei magerem Fleisch, wie beispielsweise Pferde- oder Putenfleisch. Hier muss der Anteil an Kohlenhydraten erhöht werden, damit dein Liebling genug Energie zu sich nimmt.

Möchtest du keine ganzen Mahlzeiten kochen oder vorbereiten, kannst du auch ganz einfach die normale Ration Alleinfuttermittel um ein paar Gramm verkleinern und frisches Obst oder Gemüse, Hüttenkäse oder Kräuter zu dem Futter geben. Eine Alternative sind außerdem unsere PUR-Dosen, die 100% Fleisch enthalten und so eine Grundlage für eine Nassfutterration bieten. Unsere PUR-Dosen sind Ergänzungsfuttermittel, das bedeutet, du musst noch weitere Zutaten hinzufügen, damit dein Vierbeiner alle Nährstoffe erhält, die er braucht. So kannst du dir das Kochen des Fleisches sparen und trotzdem alle Komponenten einzeln und individuell hinzufügen.
Unsere PUR-Dosen findest du hier!

Woran erkenne ich hochwertige Alleinfuttermittel?

Hochwertige Alleinfuttermittel kannst du mithilfe ein paar Tricks ganz einfach erkennen:
• Ein angepasster Fleischanteil in Kombination mit pflanzlichen Zutaten.
• Achte darauf, dass im Futter keine Fleischmehle enthalten sind.
• Die Zusammensetzung sollte absolut transparent und gut zu verstehen sein.
• Definitiv in kein Hunde- und Katzenfutter gehören Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Zucker.

 

Heutzutage jagt ein Trend den anderen. Auch die Ernährung bleibt von diesen, sich ständig wechselnden Vorlieben, nicht verschont. Vor einigen Jahren war eine Fütterung nach dem Vorbild des Wolfes total in Mode. Das bedeutet, viel rohes Fleisch und naturbelassene Komponenten.
Durch Skandale und Berichte in den sozialen Medien wurde das Bewusstsein vieler Menschen im Hinblick auf Fleischgewinnung und Tierwohl geschärft. Aufgrund dessen lehnt heute eine große Menge aus Massentierhaltung gewonnenes Fleisch ab und verzichtet ganz auf fleischliche Komponenten oder komplett auf alle, vom lebenden Tier gewonnene Produkte.
Viele Vegetarier oder Veganer, die aus eigener Überzeugung und für das Tierwohl auf Fleisch verzichten, lehnen auch für ihre Hunde eine auf größtenteils fleischlichen Komponenten basierende Ernährung ab.

Aber Hundefutter, ohne Fleisch? Ist eine vegetarische oder gar vegane Ernährung für Hunde und Katzen umsetzbar und artgerecht?

 

Was ist vegetarische und vegane Ernährung eigentlich? 

Bei einer vegetarischen Ernährung wird auf alle fleischlichen Komponenten verzichtet. Ein Vegetarier isst also weder Fleisch, Fisch noch jegliche Erzeugnisse aus diesen Produkten. Als Proteinquellen dienen hier Milchprodukte, Eier oder pflanzliche Eiweiße.

Bei der veganen Ernährung wird nicht nur auf alle fleischlichen Komponenten, sondern auch auf alle vom lebenden Tier gewonnenen Produkte, wie z.B. Milch, Eier und Honig verzichtet. Als Proteinquelle wird hier ausschließlich auf pflanzliche Eiweiße und Nahrungsergänzungsmittel gesetzt.

 

Welche Nährstoffe braucht dein Hund für ein gesundes Leben?

Um herauszufinden, ob eine vegetarische oder vegane Ernährung für deinen Hund funktionieren kann, müssen wir uns erst einmal mit dem Bedarf deines Vierbeiners beschäftigen. Welche Nährstoffe braucht dein Hund für ein gesundes Leben und durch welche Futterkomponenten nimmt er diese auf?

Genau wie wir Menschen muss dein Hund tagtäglich Nährstoffe, die nicht vom Körper selbst produziert werden können, aufnehmen. Diese gelangen durch das Futter in den Organismus.
Neben Wasser gehören zu diesen Nährstoffen Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe.
Damit der Organismus deines Hundes einwandfrei funktionieren kann, ist es besonders wichtig, dass die Dosierung und die Qualität der Nährstoffe stimmen. Ist beispielsweise die Proteinaufnahme deiner Fellnase stark bedarfsüberschreitend und besteht aus qualitativ schlechten Proteinen, kann es zu Durchfall und Bauchschmerzen kommen. Ist die Proteinaufnahme jedoch zu gering, kann sich dies ebenfalls auf das Wohlbefinden deines Hundes auswirken.
Wie die Dosierung richtig auf deinen Hund angepasst ist, kann pauschal nicht gesagt werden. Hierbei kommt es neben weiteren individuellen Faktoren auf Gewicht, Alter aber auch den allgemeinen Gesundheitszustand deines Vierbeiners an.

Proteine bzw. Eiweiße sind unverzichtbare Nährstoffe, die hauptsächlich durch die fleischlichen Komponenten im Futter aufgenommen werden. Eiweiße finden sich in jeder einzelnen Körperzelle deines Vierbeiners wieder, weshalb sie so wichtig sind. Die, in den Proteinen enthaltenen Aminosäuren, sind für das Wachstum und die Zellbildung deines Hundes verantwortlich.
Es ist jedoch nicht nur die alleinige Aufnahme der Proteine wichtig, sondern auch die Qualität der Eiweiße und die Art des Fleisches.
Innereien oder Schlachtabfälle wie z.B. Lunge oder Pansen allein versorgen deinen Hund nicht mit ausreichend Eiweiß. Muskelfleisch liefert deinem Liebling einen hohen und qualitativ hochwertigen Proteinanteil.
Du solltest bei einer auf fleischlichen Komponenten basierenden Fütterung auf einen bedarfsangepassten Anteil an Muskelfleisch und gute Qualität des Fleisches achten.

Kohlenhydrate sind Energielieferanten, auf die nicht verzichtet werden sollte. Der Energiebedarf deines Hundes wird durch die wichtigen Vielfachzucker, die in Kartoffeln, Reis oder in bestimmten Gemüsesorten enthalten sind, gedeckt. So bekommt dein Hund die Energie, die er braucht, um sich ausreichend zu bewegen.

Ein weiterer wichtiger Nährstoff sind die Ballaststoffe. Ballaststoffe sind unverdauliche, pflanzliche Rohfasern, die unverzichtbar für den Magen-Darm-Trakt deines Hundes sind. Diese Faserstoffe wirken sich positiv auf das Darmmikrobiom deiner Fellnase aus. Die Unverdaulichkeit der Faserstoffe regt die Durchblutung und die Darmaktivität an, wodurch das Futter besser ausgeschieden werden kann.
Eine Überversorgung mit Ballaststoffen kann jedoch dazu führen, dass dein Hund an Durchfall leidet, während eine Unterversorgung für sehr festen Kot verantwortlich sein kann.
Ballaststoffe sind vor allem in Gemüse, wie Karotten oder Kürbis, aber auch in frischem Obst, wie Äpfeln enthalten.

Vitamine sind für Vierbeiner genauso wichtig wie für uns Menschen. In den meisten fertigen Alleinfuttermitteln sind ausreichend Vitamine enthalten, weshalb eine zusätzliche Versorgung mit Vitaminen nicht nötig ist.
Stellst du das Futter deines Vierbeiners selbst zusammen und verzichtest auf fleischliche Komponenten, solltest du darauf achten, dass dein Hund genug Vitamine zu sich nimmt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Zu viele Vitamine können ebenso viele Nachteile haben, wie eine Vitaminunterversorgung.

Mineralstoffe sind mindestens genauso wichtig wie Vitamine. Sie liefern dem Körper zwar keine Energie, trotzdem haben sie essenzielle Aufgaben, um den Organismus am Laufen zu halten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Spuren- und Mengenelementen. Mineralstoffe müssen zwingender maßen durch das Futter aufgenommen werden, da dein Hund sie nicht selbst produzieren kann. Mengenelemente sind unter anderem für den Knochenaufbau, die Regulierung des Blutdrucks und die Versorgung der Zellen mit Energie verantwortlich.
Spurenelemente sind für den Transport von Sauerstoff im Blut und für ein gestärktes Immunsystem unverzichtbar.
In den meisten Fertigfuttermitteln sind alle lebensnotwendigen Mineralstoffe enthalten. Auch hier gilt, stellst du das Futter für deinen Hund selbst zusammen, solltest du darauf achten, dass alle wichtigen Mineralstoffe abgedeckt sind.

Und zu guter Letzt: Die nötigen Fette. Fett ist eine wichtige Energiequelle, für dich genauso wie für deinen Vierbeiner. Ihre Aufgabe ist es, essenzielle Vitamine zu verwerten. Fett bleibt im Körper aber nicht gleich Fett, sondern wird mithilfe von Enzymen zu Fettsäuren aufgespalten. Die ungesättigten Fettsäuren sind die “guten”, die der Körper unbedingt braucht. Enthalten sind sie beispielsweise in Lachs- oder in Hanföl. Du kannst sie deinem Liebling ganz einfach unter das Futter mischen und bist so nicht auf fleischliche Komponenten angewiesen.

 

Kann vegetarisches Futter diese lebensnotwendigen Nährstoffe liefern? 

Vegetarisches Futter für deinen Hund: 

In der vegetarischen Ernährung wird auf fleischliche Komponenten verzichtet. Daher fällt im Hundefutter bei dieser Variante die fleischliche Proteinquelle komplett weg. Ersetzt wird sie durch Milcherzeugnisse, wie z.B. Hüttenkäse, Quark oder Joghurt und durch Ei. Der Energiebedarf wird durch die Zugabe von kohlenhydrathaltigen Zutaten gedeckt.

Diese Kohlenhydrate können durch bestimmtes Obst oder Gemüse, aber auch durch Nahrungsergänzungsmittel wie spezielle Müslis geliefert werden. Probiere unsere leckeren Öle und Müslis!
Ballaststoffe sind in pflanzlichen Bestandteilen enthalten, weshalb der Fleischverzicht auf diesen Nährstoff keine Auswirkung hat.

Im Hinblick auf die Bedarfsdeckung unterscheiden sich vegetarische Rationen nicht wesentlich von denen mit Fleischanteilen. Sowohl der Bedarf an Energie und Protein wie auch an Aminosäuren wird hier problemlos gedeckt. Einzig die zusätzliche Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann problematisch sein. Der Zusatz ausgewählter Mineralstoffe und Vitamine ist zwar nötig, jedoch ist das auch bei manchen auf Fleisch basierenden Rationen der Fall. Somit spricht aus der Sicht der Nährstoffversorgung nichts dagegen, hin und wieder eine vegetarische Mahlzeit zu verfüttern.
Fütterst du viel vegetarisch, ist es wichtig, dass du darauf achtest, deinem Hund nicht dauerhaft Milcherzeugnisse als Proteinquelle zu geben, da der Laktosegehalt sehr hoch ist. Hier gibt es gewisse Mengenrestriktionen, die du berücksichtigen solltest. Wird zu viel Laktose aufgenommen, kann dein Liebling Durchfall bekommen.
Aber trotz allem: Würdest du gerne dauerhaft und ausschließlich vegetarisch füttern, sei an dieser Stelle auf das Tierschutzgesetz verwiesen. Dieses schreibt u.a. vor, ein Tier seiner Art entsprechend zu füttern. Hunde gelten als Carni-Omnivor (= fleischbetonter Allesfresser), das bedeutet, dass zumindest eine gelegentliche Verfütterung von fleischlichen Produkten nötig ist.

Veganes Futter für deinen Hund:

Bei einer veganen Fütterungsweise wird komplett auf Komponenten tierischen Ursprungs verzichtet. Als Proteinlieferanten werden pflanzliche Produkte wie Soja, Lupinen, Erbsen oder Linsen verwendet. Im Vergleich zu tierischen Komponenten weisen diese jedoch ein ungünstigeres Aminosäureprofil auf. Vor allem im Hinblick auf die Aminosäure Methionin. Wird hier nicht bedarfsanpassend ergänzt, kann es schnell zu Mangelzuständen kommen.
Außerdem kann die vegane Ernährung keine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen der B-Gruppe gewährleisten.
In vielen Hülsenfrüchten sind hohe Anteile an Zuckerverbindungen, die aufgrund ihrer chemischen Struktur nicht durch körpereigene Enzyme abbaubar sind. Diese fluten im Dickdarm an, wo es zu einem bakteriellen Abbau kommt, was zu weichem Kot und vermehrter Gasbildung/Blähungen im Dickdarm führen kann.

Während, wie bereits oben geklärt wurde, eine ovo-lakto-vegetarische Fütterung (= mit Ei und Milchprodukten) für Hunde grundsätzlich möglich ist und keine größeren Ansprüche in der Konzeption zur Bedarfsdeckung stellt als eine auf Fleisch basierende Ration, ist die Verfütterung veganer Rationen nur mit großem rationskalkulatorischem Aufwand und viel Recherche sowie Fachwissen möglich. Außerdem wird diese möglicherweise stark durch die Akzeptanz deines Vierbeiners eingeschränkt.

Alles in allem kann man also sagen:

Die Mischung machts!

Eine ausgewogene Mischung auf fleischlicher Basis in Kombination mit vegetarischen Komponenten, wie Obst und Gemüse bildet die günstigste Fütterungsweise für deinen Vierbeiner. Aber auch eine gelegentliche, rein vegetarische Mahlzeit kann ohne Probleme verfüttert werden.

 

Vegetarische oder vegane Ernährung für deine Katze: 

Die vegane oder vegetarische Ernährung ist für Katzen nicht möglich, da sie im Gegensatz zu Hunden Carnivoren, also reine Fleischfresser sind.
Das ist der Grund, warum Katzen pflanzliche Produkte sehr viel schlechter verwerten als Alles- oder Pflanzenfresser.

Es gibt unzählige Gründe, die bei Samtpfoten gegen die fleischlose Ernährung sprechen, daher hier nur ein kurzes Beispiel:

Die Nährstoffe, die in Pflanzen enthalten sind, können weder aufgenommen, noch verarbeitet werden, da Katzen keine, für genau diese Aufgaben bestimmten Enzyme besitzt. Außerdem können die kleinen Vierbeiner die lebensnotwendige Aminosäure Taurin im Gegensatz zu Hunden nicht selbst produzieren und müssen diese zwingender maßen durch Fleisch zu sich nehmen.

Auch das Tierschutzgesetz sieht für Katzen eine rein fleischliche Fütterungsweise vor.

 

Hast du noch Fragen zu dem Thema vegetarische oder vegane Fütterung? Dann schicke uns deine Fragen gerne über Instagram, Facebook oder als E-Mail an die [email protected] !

Bist du einfach interessiert und willst dich noch weiter, auch über andere spannende Themen informieren? Dann lies dir gerne unsere informativen Fragen und Antworten durch!

 

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Literaturquellen:

Knight A, Leitsberger M (2016): Vegetarian versus meat-based diets for companion animals. Animals (Basel), 6(9): 57.

Dodd SAS, Cave NJ, Adolphe JL, Shoveller AK, Verbrugghe A (2019): Plant-based (vegan) diets for pets: A survey of pet owner attitudes and feeding practices. PLoS One, 14(1): e0210806..

Oberbauer AM, Larsen JA (2021): Amino Acids in Dog Nutrition and Health. Adv Exp Med Biol, 1285: 199-216.

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